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Theaterautor besucht Aufführung in Eggermühlen

Geht Badisch auch auf Eggermühlener Platt?

Die schönsten Geschichten schreibt das Leben

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Heitere Szenen

Zwischen Kurschatten und Anwendung

Neue Osnabrücker Zeitung
erschienen: 17.01.2017

Theaterautor besucht Aufführung in Eggermühlen
Ins Plattdeutsche übersetzt



Jörg Appel spielt auch selbst gern. Szenefoto aus“1750 - eine Geschichte vom Grünkern-Schorsch“, zusammen mit seinem Sohn Henrik. Foto: Theaterfreunde Schwabhausen


Autor(in): Georg Geers

Eggermühlen. Theaterautor Jörg Appel kommt am Samstag zur Aufführung von „Kegen die gauen Sitten“ nach Eggermühlen. Mit seiner Familie will er sich ansehen, wie seine im badisch-fränkischen Dialekt geschrieben Komödie auf Plattdeutsch funktioniert.

Herr Appel, die Laienspieler in unserer Gemeinde sind stolz, den Autor ihres Stückes als Zuschauer dabei zu haben. Was hat Sie bewogen, nach Eggermühlen zu kommen?

Es ist sehr interessant zu sehen, was andere aus dem machen, was in deinem Kopf entstanden ist. Mit meiner Familie besuche ich Aufführungen meiner Stücke, auch um zu sehen, wie woanders Theater gemacht wird. Als ich im Internet gesehen habe, dass das Stück gespielt wird, habe ich mir angesehen, wo Eggermühlen liegt, was ich über die aufführende Gruppe herauskriegen kann und habe gesehen, dass das passen könnte, dass es interessant sein könnte, hier „Kegen de gauen Sitten“ anzusehen.

Sie kommen aus der Theaterszene, sind in zwei Gruppen aktiv. Wie lange sind Sie schon als Autor auf diesem Gebiet tätig?

Angefangen habe ich 1994, für meine im Jahr zuvor gegründete Gruppe „Theaterfreunde Schwabhausen“. Etwa 2002 ist ein Teil meiner Stücke im Plausus-Verlag Bonn erschienen. Die Stücke seit 2004 vertreibe ich selbst über meine Homepage theaterautor-joerg-appel.de. 2009 gründete ich in meinem jetzigen Wohnort Kupprichhausen eine zweite Gruppe, die „Kubaner Szene“, und für die schreibe ich seit 2011. Seit 2010 schreibe ich auch im Auftrag anderer Bühnen.

Wie sind Sie dazu gekommen zu schreiben? Woher holen Sie die Inspiration? Sind es Begebenheiten, die das Leben schreibt?

Ja, das Leben schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten. Da werden die Geburt eines Kindes, Streitigkeiten beim Erben oder ein ungerechtfertigter Strafzettel schnell zum Thema in einem Stück. Wenn im Fernsehen über Leute berichtet wird, die die Mauer wieder aufbauen möchten, oder eine faszinierender Film wie „Die Welle“ können Einfluss auf das nächste Stück haben. Für die Theaterfreunde Schwabhausen habe ich ein schwäbisches Luststück in unseren badisch-fränkischen Dialekt umgeschrieben. Das war sehr aufwendig. Deshalb habe ich mit einem Freund beschlossen, es selbst zu versuchen. Zum Stück „Wi(e)der die guten Sitten“ kam die Inspiration bei einem Aufenthalt mit meiner Frau in Hamburg. Dort sahen wir einen interessanten Postboten. So entstand Emil. Als Besonderheit wollten wir Tanzen einbringen, weil wir das Musical „Grease“ besucht hatten und wir davon sehr beeindruckt waren.

Wie lange dauert es, ein Stück zu schreiben?

Das Schreiben kann man nicht erzwingen. Manchmal sitzt man am Rechner und schafft zwei Sätze am Abend, die man am nächsten Tag wieder streicht. Es passiert aber auch, dass man im Auto sitzt oder nachts im Bett liegt und eine Idee hat, wie das Stück weitergehen kann. Fünf bis sechs Wochen vor Premiere sollten die Spieler das Textbuch in den Händen halten. Das heißt aber nicht, dass nicht noch Rollen dazukommen oder gestrichen werden.

Schreiben Sie in Hochdeutsch und lassen später übersetzen?

Nein, eigentlich umgekehrt. Ich schreibe im badischfränkischen Dialekt meiner Heimat. Erst im Anschluss an die Aufführungen dann werden die Stücke in Hochdeutsche übersetzt und angeboten.

Sich sein Stück in einem fremden Dialekt anzuhören muss doch sehr gewöhnungsbedürftig sein. Wenn Sie sich ein Theaterstück hier im Norden ansehen, verstehen Sie die Dialoge, oder müssen Sie raten?

Natürlich haben wir den Vorteil, das Stück zu kennen. Unseren Kindern haben wir vor unserem ersten Besuch einer plattdeutschen Vorstellung aber das Video unserer Aufführungen gezeigt, damit auch sie die Handlung des Stückes kennen. Aber inzwischen sind sie wie auch meine Frau und ich im Plattdeutschen schon ein klein bisschen geübter. Auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen plattdeutschen Dialekten erkennen wir inzwischen ab und zu schon.

Von Ihrem Heimatort Kruppichhausen, zwischen Würzburg und Heilbronn nach Eggermühlen sind es schlappe 500 Kilometer. Wie viele dieser Wochenendausflüge absolvieren Sie Jahr für Jahr?

Wir versuchen eigentlich immer, die Vorstellungen zu besuchen. Bei den plattdeutschen Aufführungen der Kasbroker Theoterlüüd bei Bremerhaven konnten wir leider nicht dabei sein. Jetzt, in Eggermühlen, klappt es zum Glück wieder. So alle ein bis zwei Jahre gönnen wir uns solch einen Wochenendausflug, um uns „Gägen dei gauen Sitten“ in einer neuen, interessanten Ecke von Norddeutschland anzuschauen. Die Tantiemen sollten für die Ausgaben des Kurztrips reichen.

Zur Sache

Die Aufführung von „Kegen die gaue nSitten“ ist ab 19.30 Uhr im Gasthaus Böhmann zu sehen. Weitere Termine: Sonntag, 29. Januar, 4., 5. und 7. Februar. Die Aufführungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich.


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